Kein Azubi ist auch keine Wahl

Kein Azubi ist auch keine Lösung!

Kein Azubi ist auch keine Wahl

Kein Azubi ist auch

keine Lösung!

 

Ausbildungsbotschafter stellt in Schulen fest: Viele wissen nicht, was sie wollen

Dass es gerade einfach wäre Azubis zu finden, kann momentan keiner bestätigen – ganz egal ob KMU oder Konzern. Trotzdem gelingt es vielen Unternehmen, Ausbildungsplätze zu besetzen. Doch, die Suche nach Azubis ist schwieriger geworden, kostet mehr Zeit und vielleicht manchmal auch Nerven. Wir müssen was tun, denn Kein Azubi ist auch keine Lösung. So war die Intention der gleichnamigen Veranstaltung von Beginn an.

Im angenehm kühl temperierten Kulturbahnhof Overath trafen sich mehr als 40 interessierte Personal- und Ausbildungsverantwortliche, vorwiegend aus der Unternehmerschaft des Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreises zum Input und Austausch. Das draußen das Quecksilber wieder hitzige 30° anzeigte, geriet schnell in Vergessenheit.

„Die Mehrheit der Jugendlichen stehen einer Berufsausbildung offen gegenüber“, führt Bianca Degiorgio,

verantwortlich für Fachkräftesicherung bei der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, ein. Mit Zahlen, die ihr vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung aufgearbeitet wurden, schildert sie optimistisch, warum die betriebliche Ausbildung immer noch eine sehr gute Wahl für Jugendliche ist.

In der anschließenden Podiumsdiskussion erläutert Christian Seifert, Azubi und Ausbildungsbotschafter des Leverkusener Pressegroßhändlers QTRADO GmbH Co., überrascht, dass er bei seinen Schulbesuchen oft hört, dass Jugendliche nicht wissen, was sie wollen. Die Angebote zur Information sind on demand verfügbar, antwortete Emel Ötztürk, Berufs- und Studienberaterin der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. Im Gegensatz zu früher wäre das heute viel einfacher, sagt sie. Das aber eben diese Informationen nicht automatisch zu einer besseren Orientierung im Dschungel der Auswahl führt, schildert Saskia Pflugradt, Projektleiterin des Projekts Generation Ausbildung beim GBFW e.V.. Sie appelliert an Unternehmen, die Hürden für das Bewerbungsverfahren zu senken und neue Wege zu gehen:

„Bewerben über WhatsApp zum Beispiel und nur mit Lebenslauf und Zeugnis ohne das aufwendige Anschreiben“, so Pflugradt.

Schon nach der Podiumsdiskussion starteten die Gäste, Fragen zu stellen und offen nachzudenken, warum sich nun weniger Jugendliche am Ende der Schulbildung für eine betriebliche Ausbildung entscheiden. Im anschließenden stationsgebundenen Open Space gab es eine „Tour“ für sechs Gruppen, um kurz und knapp etablierte und neue Unterstützungsmöglichkeiten für Ausbildungsunternehmen kennen zu lernen. Neben den Angebotsstrukturen der Kammern, Kreise und Arbeitsagenturen zur Berufsorientierung und Ausbildungsstellenvermittlung, erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Möglichkeiten ihre Ausbildungsstellen regional zu bewerben und BerufVR. Eine so genannte immersiver Erfahrung mittels VR-Brille, bei der z.B. Ausbildungsberufe in 360° Filmen dargestellt werden können. Eine weitere digitale Anwendung lud die Teilnehmenden ein, über das Thema Storytelling im Azubimarketing nachzudenken. Der Storygenerator erzeugt Heldengeschichten für das Azubimarketing und soll exemplarisch eine Hilfestellung geben, damit Ideen für die nächste Ausbildungsstelle wie von allein entstehen.

Es war gegen 20 Uhr, als der Bahnhof wieder leer war. Die Stimmung auf dem Vorplatz war mediterran. Wir freuen uns über das positive Echo der Gäste in Overath. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Initiative „Wir l(i)eben Ausbildung“ organisiert und durch alle Partner ermöglicht.

Und es geht weiter!
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Tilman Liebert, 22. August 2022