Glossar #Ausbildung40

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3 D Drucker

Der 3D-Druck ist ein Verfahren, bei dem Material Schicht für Schicht aufgetragen und so dreidimensionale Gegenstände (Werkstücke) erzeugt werden. Der schichtweise Aufbau erfolgt computergesteuert und wird insbesondere in der Industrie und der Forschung eingesetzt.

Agiles Verfahren der Sozialpartner

Vor dem Start eines Neuordnungsverfahrens werden im engeren Sinne die Änderungsbedarfe im gesamten Qualifizierungsumfeld eines Berufes oder einer Berufsgruppe analysiert. Neben relevanten Ausbildungsberufen werden dabei auch Fortbildungsabschlüsse oder bereits bestehende Umsetzungshilfen für die Praxis in den Blick genommen. Im Rahmen der Teilnovellierung im Bereich Metall und Elektro wurde ein agiles Verfahren angewendet. Zur Analyse der Berufsbilder und des Qualifizierungsbedarfs wurden Expertisen und Erfahrungen aus den jüngsten wissenschaftlichen Projekten zur Industrie 4.0, aus Unternehmen, Gewerkschaften und aus Verbänden sowie im berufsschulischen Bereich einbezogen. Als methodische Grundlage dienten in diesem Falle Workshops der jeweiligen Vertreter/innen der einzelnen Positionen.

Eine Teilnovellierung ist keine Neuordnung eines Ausbildungsberufs. Näheres zum Thema Neuordnung von Ausbildungsberufen finden Sie beim BIBB. (Ausbildungsordnungen und wie sie entstehen).

BIBB (Hrsg.) Ausbildungsordnungen und wie sie entstehen, Bonn 2015, https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/show/20612015

AEVO

In der Prüfung nach der Ausbildereignungverordnung (AEVO), auch bekannt als AdA-Prüfung, weisen die Teilnehmer nach, dass sie das zur Berufsausbildung erforderliche pädagogische, organisatorische und rechtliche Grundwissen besitzen und mit den wichtigsten Ausbildungsmethoden vertraut sind. In der betrieblichen Aus- und Weiterbildung ist die Ausbildereignung unverzichtbar; in vielen anderen Bereichen der Unternehmen ist sie eine wichtige Zusatzqualifikation. Sie ist daher Bestandteil zahlreicher IHK-Weiterbildungsprüfungen.

Augmented Reality (AR)

Bildern und Videos in Datenbrillen oder Tablets werden mit computergenerierten Zusatzinformationen ergänzt und können in praktisch allen Bereichen des Alltags zum Einsatz kommen. Beispielsweise können sich Monteure die nächsten Arbeitsschritte direkt in ihr Sichtfeld des jeweiligen mobilen Geräts einblenden lassen.

Ausbildung 4.0

Mit Ausbildung 4.0 wird eine Begrifflichkeit eingeführt, die die Auswirkungen der Digitalisierung auf die berufliche Ausbildung beschreibt. Digitalisierung ist ein allumfassendes Phänomen, das insbesondere auch für die mittelständische Wirtschaft große Zukunftschancen bietet. Die 4.0 steht dabei sinnbildlich für eine vierte industrielle Revolution, die nach der Mechanisierung der Produktion durch Dampf- und Wasserkraft (1.0), der Fließbandproduktion durch Elektrifizierung (2.0) und der Massenfertigung durch Automatisierung (3.0), eine vernetzte, selbststeuernde, individualisierte Massenproduktion durch IT und Internet ermöglicht. Das heißt nicht nur die Arbeit ändert sich durch die Verfügbarkeit von riesigen Mengen an Daten, sondern auch die Ausbildung.

Auszubildende benötigen zur Bewältigung ihrer zukünftigen Aufgaben in Zeiten von Ausbildung 4.0 Kompetenzen, die bisher weniger im Vordergrund standen. Ausbilder/-innen benutzen dafür neue Methoden zur Ausbildung, um genau diese Kompetenzen zu entwickeln. Sie werden zu Lernbegleitern. Das reine Wissen als Kompetenz wird durch Eigenverantwortlichkeit, Problemlöse- und Führungskompetenz abgelöst. Digitale Bildung beschreibt dabei neue Lernmittel und Lerntechniken, die auch in der Ausbildung Einzug halten. Die stete Verfügbarkeit von Daten verändert Bildungsprozesse und fordert ein erlebnisorientiertes, lebenslanges Lernen.

Ausbildung Online (Portal)

Sämtliche Ausbildungs- und Prüfungsangelegenheiten können bei der IHK Köln über den Online-Dienst „Ausbildung Online“ gepflegt werden. Beispiele sind: Die Meldung eines neuen Ausbildungsvertrags an die IHK, die Einsendung der Projektanträge durch die Auszubildenden, der Abruf der Prüfungsergebnisse oder die Genehmigung der Ausbildungsnachweise. Zum Portal Ausbildung Online.

Azubi Marketing

Auszubildende sind die Fachkräfte von morgen. Mit gut durchdachten Maßnahmen und Strategien im Ausbildungsmarketing können Unternehmen  – in Zeiten des Fachkräftemangels – die Zahl qualifizierter Bewerbungen steigern. Im Idealfall werden neue Azubis langfristig an das Unternehmen gebunden. Unternehmen denken um, präsentieren sich als attraktive Arbeitgeber und setzen z.B. neue Medien als Kommunikationskanäle ein.

Berichtsheft Online

Das Berichtsheft online ist die Möglichkeit Ausbildungsnachweise nicht wie gehabt schriftlich in Form eines Heftes zu dokumentieren, sondern die digitalen Möglichkeiten zu nutzen. Es gibt verschiedene Systeme einen elektronischen Ausbildungsnachweis zu führen. Oft wird der Begriff Berichtsheft online gewählt.

Blended Learning

Unter Blended Learning versteht man die Kombination verschiedener Lernmethoden, vor allem dem Wechsel von Präsenzunterricht und Onlinephasen.

BYOD - Bring your own device

„Bring your own device“ bezeichnet die Möglichkeit, private mobile Endgeräte bei Arbeit oder in der Schule zu nutzen. Auzubildende, Schüler_innen oder auch Ausbilder_innen und Lehrer_innen nutzen ihre eigenen Laptops, Tablets oder Smartphones für dienstliche Zwecke. Dem ökonomischen und ökologischen Potential von BYOD stehen Sicherheitsrisiken gegenüber. Je nachdem wie ein Gerät eingesetzt wird, kann ein KMU dabei Nutzen und Risiko abwägen.

Computergestütztes Lernen

Computerbasiertes Lernen ist die Unterstützung von Lernprozessen durch digitale Medien. Es existieren verschiedenste andere Bezeichnungen, wie E-Learning, Onlinelernen, multimedialen Lernen etc..

Datenschutz

Datenschutz umfasst alle organisatorischen und technischen Maßnahmen, die den Missbrauch von Daten innerhalb einer Organisation verhindern. Technische Maßnahmen gegen das Löschen und Verfälschen von Daten bearbeitet die IT-Sicherheitsabteilung. Zum Thema Datenschutz gehört auch der Schutz vor missbräuchlicher Datenverarbeitung, dem Schutz des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung, dem Schutz des Persönlichkeitsrechts bei der Datenverarbeitung und dem Schutz der Privatsphäre.

Digitale Bildung

Digitale Bildung beschreibt den Einsatz neuer (digitaler) Lerntechnologien in der Grund-, Aus- und Weiterbildung. Dazu zählen z.B. Lern-Apps für mobiles Lernen, Planspiele im virtuellen Raum oder Lernvideos auf Online Plattformen und vieles mehr. Digitale Bildung erleichtert Bildungsprozesse durch flexibles und individuelles Lernen, losgelöst von Ort und Zeit. Die Anpassung der Lerninhalte und Themen kann schnell und ebenso individuell erfolgen.

Digitaler Führerschein

Beschreibt einen Lehrgang mit Zertifikatsprüfung für Auszubildenden aller Beruf, der sich noch in der Planung befindet. Absolventen sind fit in den Themen rund um das Thema digitale Produkte und deren Nutzung.

E-Learning

Ist das sogenannte „elektronische Lernen“, wozu alle Formen von Lernen und Vermitteln verstanden werden, bei denen elektronische und digitale Medien eingesetzt werden.
Für den Begriff „ E-Learning“ existieren Synonyme wie: Online-Lernen (Onlinelernen), Telelernen, multimediales Lernen, computergestütztes Lernen, Computer-based Training, Open and Distance-Learning u. a.

Game-Based Learning

Das spielerische Lernen zum Wissenserwerb ist eine Lernmethode, die die didaktischen Maßstäbe und Bedürfnisse der vor allem jungen Zielgruppe entgegen kommt. Meist kommen dabei Lernspiele zum Einsatz: Inhalte, Struktur und Abläufe sind mit pädagogischem Hintergrund gestaltet, das „Spiel“ ist ein zentrales Merkmal. Die aktive Anwendung und die Vertiefung von Kenntnissen in Form von Computerspielen haben das Ziel, die Motivation der Lernenden zu erhöhen.

Lern App

Lern-Applikationen gehören zum Oberbegriff „Mobile Learning“. Lernen kann „unterwegs“ mit mobilen Infrastrukturen, Anwendungen und Geräten stattfinden. Beispiele dafür sind Wörterbücher und Lexika, die auf dem Smartphone oder Tablet aufgerufen werden. Eine Lern-App ist eine Lernplattform.

Lernbegleiter

In der beruflichen Bildung ist die Lernbegleitung eine Methode, das Lernen und Arbeiten effizienter miteinander zu verzahnen. Lernprozesse werden durch neue Aufgaben und Situationen angeregt, die der Lernende mit seinem bisherigen Wissensstand nicht lösen könnte. Der Lernbegleiter strukturiert, begleitet und reflektiert die Lernprozesse gemeinsam mit dem Lernenden. Damit stellt die Lernprozessbegleitung – eine Alternative zur 4-Stufen-Methode – dar.

Lernfabrik

Eine Lernfabrik soll das abstrakte Konzept von Industrie 4.0 für Nachwuchskräfte und Beschäftigte erklären. Bestandteil der Lernfabrik ist ein Grundlagen-Labor mit digital gesteuerten Produktionsmodulen (Fertigung, Sortieren, Verteilen, Mess-Steuer-Regelkreisen etc.). Darüber hinaus werden intelligente Produktionsprozesse auf der Basis realer Industriestandards trainiert und vernetzte Abläufe selbst gesteuert. Übergreifend steht ein pädagogisches Konzept, das den Einsatz der Lernfabrik 4.0 in der dualen Ausbildung zu thematisch betroffenen Berufsbildern und der Weiterbildung in Fachschulen und anderen Lehrgängen vorsieht.

Lernnuggets

Lernnuggets bedeutet das Lernen in Einheiten und kleinen Schritten. Informationen und Testfragen sind über einen PC, Handy oder vom Server abrufbar.

Lernplattform

Unter dem Begriff Lernplattform versteht man ein Softwaresystem, das unter einer zentralen Oberfläche Teilprogramme beinhaltet, mit denen verschiedene Lernszenarien unterstützt werden. Lernplattformen enthalten Werkzeuge zur Erstellung, Kommunikation und Verwaltung von Lerninhalten. Es gibt kommerzielle Angebote, die in der Regel der konkreten Prüfungsvorbereitung in einzelnen Ausbildungsberufen dienen, freie Formen, die z.B. im Rahmen eines Projekts entwickelt wurden und frei zur Verfügung stehen, und Umgebungen, die ein Grundgerüst liefern, das ein Unternehmen individuell anpassen kann.

Mobile Learning

Mobile Learning ist das Lernen, das “unterwegs” (z.B. beim Reisen und Pendeln) stattfindet und von mobilen Infrastrukturen, Anwendungen und Geräten unterstützt wird.Geeignet sind Podcasts oder audio- und videobasierte Darstellungen. Mithilfe von Touchscreens, der Einbindung der Außenwelt über eine Kamera (im Sinne von Augmented Reality oder QR-Codes) oder Game-Based Methoden werden neue, spielerische Formen erprobt.

New Work

New Work ist ein zentrales Leitwort in der Arbeitswelt 4.0 und wird auch als „kulturelle Revolution“ bezeichnet. Dabei stehen der Mensch, die Organisation und die Gesellschaft in einem Zusammenhang. New Work will Menschen eine berufliche Entfaltung entlang ihrer Stärken und Bedürfnisse ermöglichen, Organisationen an die Bedingungen einer komplexen (Arbeits-)Welt anpassen und in der Gesellschaft auf einen maßvollen Kapitalismus hinarbeiten.

Reverse Mentoring

Im „reverse mentoring“ – einer Lehr-/Lernmethode – sind die Rollen von Mentee und Mentor/in vertauscht oder wechselnd: Auszubildende begleiten erfahrene Ausbilder_innen oder Führungskräfte, zum Beispiel bei der Nutzung des Internets.

Roboter

Ein Roboter ist eine technische Apparatur, die üblicherweise dazu dient, dem Menschen mechanische Arbeit abzunehmen. Roboter können sowohl ortsfeste als auch mobile Maschinen sein und werden von Computerprogrammen gesteuert.

Smartphones

Ein Smartphone ist ein Mobiltelefon, das erheblich umfangreichere Computer-Funktionalitäten zur Verfügung stellt. Zum Einsatz kommen Smartphones in Unternehmen z.B. zur Zeiterfassung der Mitarbeiter.

Tablets

Ein Tablet ist ein tragbarer, flacher Computer in besonders leichter Ausführung mit einem Touchscreen, aber, anders als bei Notebooks, ohne ausklappbare mechanische Tastatur.

Tutorials

Tutorials sind eine schriftliche oder filmische Gebrauchsanleitung, die von erfahrenen Benutzern verfasst werden. Schritt für Schritt wird die Bedienung und die Funktionen erklärt.

Unternehmenseigene Lernplattform

Unternehmenseigene Lernplattformen ermöglichen die Vermittlung von unternehmensspezifschen Lerninhalten und sindan das Corporate Design des Unternehmens angepasst. Neue Inhalte lassen sich einfach aufbereiten und schnell einführen.

Überbetriebliche Unterweisung

Ausbildungsthemen die im Ausbildungsbetrieb nicht oder nicht ausreichend abgedeckt werden, können in überbetrieblichen Unterweisungen (ÜBU) vermittelt werden. In Bildungszentren der jeweiligen Branchen besteht oft auch die Möglichkeit, in überbetrieblichen Ausbildungen (ÜBA) die vollständige Ausbildung zu absolvieren. Überbetriebliche Ausbildung ist vor allem im Handwerk fest im dualen Ausbildungssystem verankert.

Verbundlernen

Das Modell Ausbilden im Verbund bedeutet, dass sich mehrere Akteure die Organisation der dualen Berufsausbildung teilen. Es gibt verschiedene Formen. Dazu zählen die Ausbildung in einem Leitbetrieb mit Partnerbetrieb, die Auftragsausbildung, die Ausbildung mit einem Ausbildungsverein, und die Ausbildung mittels eines Ausbildungskonsortiums. Die Kooperation von Betrieben ist in der Praxis am häufigsten zu finden.

Unter bestimmten Umständen fördert das Land Nordrhein-Westfalen und der Europäische Sozialfonds (ESF) die Verbundausbildung Kleiner und Mittlere Unternehmen (KMU): https://www.mags.nrw/verbundausbildung.

Über verschiedene Modelle von Verbundausbildung und an Hand von Beispielen informiert die Publikation: JOBSTARTER Praxis – Band 6, Verbundausbildung – vier Modelle für die Zukunft: https://www.bmbf.de/pub/Jobstarter_Praxis_Band_6.pdf.

Virtual Reality (VR)

Virtual Reality ist die möglichste exakte digitale Nachbildung der Realität vorrangig durch virtuelle Reize. Eingesetzt wird die Virtuelle Brille (VR- Brille) in technischen Berufen, um beispielsweise Reparaturabläufe zu trainieren.

Wikis

Ein Wiki ist eine Website, auf der die Nutzer Inhalte nachlesen, aber auch ändern oder ergänzen können. Es ist die Idee, Erfahrungen und Wissen gemeinschaftlich zu sammeln, und in verständlicher Form zu dokumentieren. Texte werden „in der Gemeinschaft“ online erstellt und können durch Fotos, Videos oder andere Medien ergänzt werden.

WLAN

Das Wireless Local Area Network ist ein drahtloses lokales (Funk-) Netzwerk, um einen schnellen Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Zusatzqualifikation

Mit Zusatzqualifikationen können Unternehmen die duale Berufsausbildung ergänzen und Inhalte, die nicht in der Ausbildungsordnung verankert sind, vermitteln. Auszubildende profitieren davon, denn sie schärfen damit ihr Profil und verbessern so ihre beruflichen Chancen nach der Ausbildung. Zusatzqualifikationen können in Branchen mit akutem Fachkräftebedarf einen Anreiz für Auszubildende darstellen und sind damit ein Element des  Ausbildungsmarketings.